Pilotenausbildung in den USA

Pilotenausbildung in den USA – worauf muss man achten?

Wer als Pilot bei einer Firma oder einer Airline einen Job sucht, muss in der Regel eine bestimmte Anzahl an Flugstunden und damit die entsprechende Erfahrung nachweisen. In Europa ist es im Vergleich mit den USA recht teuer, eine solche Stundenanzahl anzusammeln. In den Vereinigten Staaten hingegen ist es möglich, unmittelbar nach abgeschlossener Pilotenausbildung als Fluglehrer zu arbeiten und so Flugstunden zu sammeln. Diese werden unter einer Bedingung in Europa anerkannt: Um in Europa fliegen zu dürfen, muss die amerikanische Lizenz in eine sogenannte EASA Lizenz umgeschrieben werden. Diese Lizenz der European Aviation Safety Agency gestattet die Pilotentätigkeit in EU-Mitgliedsstaaten sowie Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein. Im Folgenden ist alles Wichtige rund um diesen Weg zur Pilotenlizenz in Europa beschrieben.

Pilotenlizenz in den USA machen? Dafür sind bestimmte Visa nötig

Wer als Nicht-US-Bürger in den USA eine Pilotenlizenz erwerben möchte, braucht zunächst ein Visum. Dafür muss als erstes der Trainingszweck klar sein – denn dieser gibt vor, ob es sich um ein F1-Visum oder ein M1-Visum handeln soll. Beide Visa gelten sowohl für die Ausbildung zum Hubschrauberpiloten als auch die zum Flugzeugpiloten. Das M1-Visum ist aber ein reines Schüler-Visum und eignet sich nur für Personen, die nicht vorhaben, in den USA zu arbeiten. Wer aber direkt nach erfolgreicher Pilotenausbildung in den USA arbeiten möchte, braucht ein F1-Visum.

Welches Visum für welchen Pilotenschüler?

F1-Visum: Für Vollzeitflugschüler, die in den USA ihre komplette Berufspilotenausbildung sowie die Fluglehrerausbildung machen möchten – mit dem Ziel, anschließend in den Staaten als Pilot zu arbeiten, um Flugerfahrung zu sammeln – sollten das F1-Visum haben. Einige Flugschulen haben sich darauf spezialisiert und bieten das Visum für europäische Flugschüler direkt mit an. Bietet die jeweilige Flugschule diesen Service nicht an, müssen die Flugschulabsolventen andere Wege finden, um so lange legal in den USA zu bleiben, bis ihre Flugstunden ausreichend sind.

Für das F1-Visum ist es im Vorfeld nötig, dass die Flugschule ein i-20-Dokument ausstellt. Dieses ist zunächst 18 Monate gültig, kann aber problemlos verlängert werden. Das F1-Visum im Pass ist im Grunde nur für die Einreise notwendig. Das F1-Visum wird von der amerikanischen Botschaft für drei oder fünf Jahre ausgestellt. Wer länger in den USA bleiben möchte, muss das Land verlassen, um es zu verlängern. Dafür kann man entweder nach Europa reisen oder den kurzen Weg nach Kanada nehmen. Dort dauert das Ausstellen des neuen Visums etwa eine Woche.

M1 Visum: Für Piloten geeignet, die lediglich einen bestimmten Zusatzkurs in den Vereinigten Staaten belegen möchten und dort nicht im Anschluss arbeiten möchten.

Erworbene Fluglizenzen und ihre Umschreibung: FAA und EASA

In Europa und den USA gibt es zwei verschiedene Fluglizenzen. Und zwar ist die FAA-Lizenz notwendig für einen Piloten, um in den USA sowie mit Flugzeugen oder Hubschraubern zu fliegen, die eine US-Registrierung haben. Für Europa wiederum muss ein Pilot eine EASA-Lizenz besitzen.

Die FAA-Berufspiloten-Lizenz lohnt sich für Piloten, die als Fluglehrer oder Flugzeugführer in den USA arbeiten möchten. Wer nach der Flugschule Karriere im Cockpit machen möchte, sollte deshalb die FAA-Lizenz anstreben. Der Grund ist einfach: In den USA kann man in sehr kurzer Zeit sehr viele Flugstunden machen, die den Weg zu den Airline-Jobs auch in Europa ebnen.

Die EASA-Lizenz ist wichtig für Piloten, die in Europa fliegen möchten. Pilote, die nur privat in Europa fliegen möchten, brauchen nur diese Lizenz und sollten anstreben, ihre Ausbildung direkt bei einer europäischen Flugschule zu absolvieren. Wer aber Berufspilot werden möchte, sollte auf ein Flugtraining in den USA setzen und seine FAA-Lizenz später in die EASA-Lizenz umschreiben zu lassen.

Empfehlung für angehende Berufspiloten: Erst FAA, dann EASA

Pilotenjobs in Europa setzen in der Regel mindestens 500 Flugstunden voraus. Daher setzen Berufspiloten schon lange auf eine Ausbildung in den USA und das Umschreiben der Lizenz in eine EASA-Lizenz. So sind einfach schneller mehr Flugstunden möglich. Einige amerikanische Flugschulen haben ihr Angebot darauf ausgerichtet und unterstützen bei der Umschreibung.

Kosten der Pilotenausbildung in den USA

Zunächst scheint eine Pilotenausbildung innerhalb Europas günstiger als die Variante der Ausbildung in den USA mit späterem Umschreiben der Lizenz. Dem gegenüber steht, dass es in Europa recht schwierig ist, direkt nach der Ausbildung einen bezahlten Job als Pilot zu finden.

Pilotenjob in den USA und so Flugerfahrung sammeln

Für dieses Modell ist das F1-Visum nötig. Viele amerikanische Flugschulen bieten dennoch nur das M1-Visum an. Dies ist aber nur ein Schülervisum, das nicht zum Arbeiten berechtigt. Deshalb ist es wichtig, sich nach Flugschulen in den USA umzusehen, die ihren Schülern das begehrte F1-Visum gleich mit anbieten (z.B. Hillsboro Aero Academy). In diesen Fällen ist ein bestimmter Ablauf vorgeschrieben. Und zwar müssen Schüler zum Erwerb ihrer Lizenzen ein strukturiertes Trainingsprogramm durchlaufen. Außerdem müssen sie mindestens für ein akademisches Jahr, also 6,5 Monate, Vollzeitschüler sein. Nach erfolgreicher Ausbildung beginnt das CPT, das Curricular Practical Training. Mit diesem können die jungen Berufseinsteiger legal in den USA als Pilot oder als Fluglehrer arbeiten. Dieses CPT wird alle drei Monate verlängert – bis zu maximal 11,5 Monaten.

Ist das CPT vorüber, können Piloten ihre Arbeitsgenehmigung um ein weiteres Jahr verlängern – und zwar mithilfe eines OPT, eines Optional Practical Traning. Dieses sollte rechtzeitig bei der zuständigen US-Behörde beantragt werden. Läuft das OPT aus, muss das Land innerhalb von 30 Tagen verlassen werden.

Schnelles Flugstundensammeln in den USA

Der ungeschlagene Vorteil der Pilotenausbildung in den USA sind die vielen Flugstunden, die direkt nach dem Flugtraining möglich sind – vor allem, wenn man als Fluglehrer arbeitet. So umfasst das Flugtraining für Hubschrauber rund 200 Stunden und das für Flugzeuge etwa 280 Stunden. Wer also während seines CPT und OPT als Fluglehrer arbeitet, kann ausreichend Flugstunden für seine Rückkehr nach Europa als Pilot mit guten Jobaussichten sammeln. Natürlich hängt es von der jeweiligen Flugschule ab, sodass die möglichen Stunden zwischen 800 und 1.600 variieren können.

Eine Flugschule, die diese Option anbietet ist die Hillsboro Aero Academy.

Nach der Ausbildung: die Arbeitsmöglichkeiten in den USA

Grundsätzlich gilt: Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung ist das Arbeiten als Pilot oder Fluglehrer überall in den USA möglich. Tatsächlich beginnen sehr viele Piloten ihre Karriere als Fluglehrer und nutzen damit wertvolle Vorteile. Zum Beispiel müssen hierfür nicht sehr viele Flugstunden vorgewiesen werden und zum anderen lässt sich das fliegerische Wissen und Können mit dieser Tätigkeit noch vertiefen. Einige Flugschulen übernehmen sehr geeignete Absolventen sogar unmittelbar nach der Ausbildung. Um aber sicherzugehen, sollten Flugschüler in den USA frühzeitig Kontakte zu anderen Flugschulen knüpfen, um als Absolventen direkt in den Job starten zu können.

Zu Bezahlung von Fluglehrern in den USA ist zu sagen, dass sie reicht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten – nicht aber, um das Darlehen für die Pilotenausbildung zurückzuzahlen. Denn Flugschulen in den USA zahlen nur für die geflogenen Stunden und den gehaltenen Theorieunterricht, und zwar in einer Höhe von etwa 15 bis 20 Dollar pro Stunde. Das Rückzahlen des Darlehens für die Ausbildung muss also später erfolgen – vielleicht nach der Rückkehr nach Europa und der Annahme eines gutbezahlten Pilotenjobs bei einer Airline.