Ausbildung bei einer Fluglinie

Für immer mehr Menschen kann der Traum vom Dienst über den Wolken Wirklichkeit werden, denn das steigende Flugaufkommen erhöht den Bedarf an Piloten. Für viele angehende Piloten ist es ein Wunschziel einen Ausbildungsplatz bei einer Fluggesellschaft zu bekommen.

Vorraussetzungen für die Pilotenausbildung

Der beliebteste Einstieg: Die Lufthansa-Ausbildung
Die schulische Vorraussetzung für eine Ausbildung zur Pilotin / zum Pilot ist bei einigen Airlines die Allgemeine Hochschulreife (Abitur). Dabei werden gute Kenntnisse in den Fächern Englisch, Mathematik und Physik erwartet. Auch eine gute Raumorientierung, Aufmerksamkeits- kapazität, Merkfähigkeit, Wahrnehmungsgeschwindigkeit und Stressresistenz sollte gegeben sein, denn diese Eigenschaften werden im späteren Berufsleben dringend benötigt.

Benötigt wird außerdem ein Medical der Klasse 1. Dazu muss man kein Spitzensportler sein – eine normale Fitness reicht aus. Das häufigste Hinderungskriterium bei der Flugmedizinischen Untersuchung sind Augenerkrankungen und Farbsehschwächen.

Lufthansa Karriere

Die Lufthansa ist mit gut 123.000 Mitarbeitern (2016) und 109 Millionen (2016) beförderten Passagieren Deutschlands größte Fluggesellschaft und eine der beliebtesten Anlaufstellen für eine Karriere als Pilot. Zum Lufthansa Konzern gehören heute zahlreiche Fluggesellschaften wie die Swiss, Austrian Airlines, Eurowings, Germanwings, Brussels Air, Lufthansa CityLine und einige weitere Gesellschaften.

274 Flugzeuge (Stand Juli 2017) stehen bei der Kerngesellschaft „Lufthansa Passage“ als Arbeitsgerät für die angehenden Piloten zur Verfügung. Darunter befinden sich zahlreiche kleinere Muster der weit verbreiteten Airbus A320 und A319, sowie die großen Langstreckenflugzeuge Boing 747 oder der moderne Airbus A380. Weitere Cockpitarbeitsplätze finden sich in den insgesamt 444 Flugzeugen (Stand April 2017) der Lufthansa Tochterunternehmen.

Lufthansa Ausbildung

Die Pilotenausbildung bei der Lufthansa wird seit Juli 2017 für alle Konzerngesellschaften zentral gesteuert, also auch für die Swiss, Austrian Airlines, Germanwings, Eurowings usw. Hierfür zeigt sich die European Flight Academy verantwortlich, die alle Flugschulen des Konzerns unter sich vereint. Wer ins Lufthansa Cockpit möchte, kann an einem der Infoabende teilnehmen, die regelmäßig in verschiedenen Städten in Deutschland stattfinden.

Voraussetzungen für die Bewerbung bei der Lufthansa Group

  • Fließende Deutsch- und Englischkenntnisse
  • Alter zum Schulungsbeginn mindestens 18 Jahre
  • Studierfähige Fachhochschulreife, fachgebundene oder allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
  • Medical Class 1 (inkl. FAA Medical Class 3 und Drogen-Screening)
  • Unbefristete Aufenthaltsberechtigung mit uneingeschränkter Arbeitserlaubnis innerhalb der EU und Schweiz
  • Ausgeprägte Eigenverantwortung, Sozialkompetenz und Berufsmotivation
  • Einwandfreie Zuverlässigkeitsprüfung

Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann sich für die Lufthansa Pilotenausbildung direkt online über die Seite der European Flight Academy (www.european-flight-academy.com) bewerben.

Pilotenausbildung bei der airberlin

Die airberlin bildet seine Piloten, wie auch die Fuifly in enger Kooperation mit einer privaten Flugschule aus. Die Voraussetzungen sind ganz ähnlich derer für die Lufthansa Pilotenausbildung. Bewerben kann man sich ebenfalls direkt über die Internetseite (www.airberlin-flightschool.com). Angebote für eine Ausbildungsfinanzierung gibt es über die Hausbank der airberlin, aber auch andere Banken finanzieren eine solche Berufsausbildung.

Vor der Ausbildung steht der Eignungstest

Vor Antritt einer Ausbildung, steht immer ein umfangreicher Pilotentest. Teilweise wird schon online eine Vorauswahl getroffen – erst nach bestandenem Online-Test darf man sich bewerben. Beim Eignungstest vor Ort werden nicht nur technische, physikalische, englische und mathematische Kenntnisse geprüft, sondern auch soziale Fähigkeiten, wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeiten. Um für die Ausbildung zugelassen zu werden, muss darüber hinaus durch eine medizinische Untersuchung die Flugtauglichkeit nachgewiesen werden. Diese Untersuchung wird meist von den Fluglinien selbst durchgeführt.

Ausbildungskonzepte

Die Ausbildung erfolgt nach verschiedenen Konzepten, so verlaufen Theorie und Praxis bei der airberlin Flightschool ineinander. Hierbei wird erst die PPL-Theorie (Privatpilotenlizenz) gelernt und eine Prüfung abgelegt und dann in die Praxis umgesetzt: Die ersten Flugstunden werden absolviert, u.a. auch der erste Alleinflug. Hat man dann den PPL-Checkflug bestanden, wartet erneut eine Theoriephase: zum ATPL (Airline Transport Pilot Licence). Die airberlin Flightschool unterrichtet in Essen und fliegt am Flughafen Essen/Mülheim.

Die Lufthansa Flight Training verfolgt ein anderes Konzept: Hier wird erst die komplette Theorie in Bremen gelehrt (d.h. PPL und ATPL Theorie in einem, ohne wirkliche Trennung) und danach folgt die Praxis. Die ersten Flugerfahrungen macht man in Goodyear (bei Phoenix), Arizona auf einer Beech Bonanza. Danach geht es dann auf ein twin-engine (zweimotoriges) Flugzeug, die Cessna Citation CJ1+.

Beide der Konzepte haben Vor- und Nachteile, aber dennoch bereiten sie die Flugschüler bestens auf das spätere Berufsleben vor.

Theorie

Die theoretische Ausbildung umfasst insgesamt 13 Theoriefächer:

010 – Airlaw (Luftrecht)
021 – Airframe & Systems (allg. Luftfahrzeugkenntnisse/ Zelle, Systeme, Triebwerke)
022 – Instruments (allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse, Instrumente)
031 – Mass & Balance (Masse & Schwerpunktlage)
032 – Performance (Flugleistung)
033 – Flightplanning (Flugplanung)
040 – Human Performance & Limitations (Menschliches Leistungsvermögen)
050 – Meteorologe (Meteorologie)
061 – General Navigation (Allgemeine Navigation)
062 – Radio Navigation (Funknavigation)
071 – Operational Procedures (Betriebliche Verfahren)
081 – Principles Of Flight (Aerodynamik)
091 – BZF (VFR Funknavigation)
092 – AZF (IFR Funknavigation)

Bei der Ausbildung werden bereits Airline-abhängige Procedures erlernt, sodass der spätere Einstieg in das eigentliche Fliegen erleichtert wird.

Berufseinstieg und Karrierechancen

Viele Fluglinien haben heute einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Piloten und Pilotinnen. So werden Prüfungsabsolventen sehr häufig in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen und müssen sich so keine Sorgen um die berufliche Zukunft machen. Nicht selten winkt sogar schon während der Ausbildung ein Arbeitsvertrag.