Ausbildung bei einer Fluglinie

Für immer mehr Menschen kann der Traum vom Dienst über den Wolken Wirklichkeit werden, denn das steigende Flugaufkommen erhöht den Bedarf an Piloten. Für viele angehende Piloten ist es ein Wunschziel einen Ausbildungsplatz bei einer Fluggesellschaft zu bekommen.
Der beliebteste Einstieg: Die Lufthansa-Ausbildung
Vorraussetzungen für die Ausbildung

Die schulische Vorraussetzung für eine Ausbildung zum Piloten / zur Pilotin ist bei einigen Airlines (z.B. Lufthansa) die Allgemeine Hochschulreife (Abitur). Dabei werden gute Kenntnisse in den Fächern Englisch, Mathematik und Physik erwartet. Auch eine gute Raumorientierung, Aufmerksam- keitskapazität, Merkfähigkeit, Wahrnehmungsgeschwindigkeit und Stressresistenz sollte gegeben sein, denn diese Eigenschaften werden im späteren Berufsleben dringend benötigt.

Welche Fluglinien bilden aus?

Die beliebteste Fluglinie in Deutschland ist nach wie vor die Lufthansa (www.lufthansa-pilot.de). Jährlich werden hier bis zu 250 junge Nachwuchsflugzeugführer (NFF) ausgebildet. Die Lufthansa finanziert die Ausbildungskosten in Höhe von ca. 60.000 Euro vor. Die Rückzahlung erfolgt nach Übernahme in kleinen Raten vom Gehalt.

Zwischen 30 und 60 Piloten werden jährlich bei der Air Berlin ausgebildet (www.airberlin-flightschool.com). Für die Ausbildung muss ein Eigenanteil von 60.000 Euro selbst getragen werden. 20.000 Euro werden vor Antritt der Ausbildung fällig. 4 x 10.000 Euro müssen während der Ausbildung aufgebracht werden. Angebote für eine Ausbildungsfinanzierung gibt es über die Hausbank der Air Berlin, aber auch andere Banken finanzieren eine solche Berufsausbildung.

Andere Fluglinien, wie zum Beispiel die Tuifly bilden in enger Kooperation mit privaten Flugschulen aus. Auch hier müssen die Ausbildungskosten meist in voller Höhe selbst finanziert werden.

Vor der Ausbildung steht der Eignungstest

Vor Antritt einer Ausbildung, steht immer ein umfangreicher Eignungstest. Teilweise wird schon online eine Vorauswahl getroffen – erst nach bestandenem Online-Test darf man sich bewerben. Beim Eignungstest vor Ort werden nicht nur technische, physikalische, englische und mathematische Kenntnisse geprüft, sondern auch soziale Fähigkeiten, wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeiten. Um für die Ausbildung zugelassen zu werden, muss darüber hinaus durch eine medizinische Untersuchung die Flugtauglichkeit nachgewiesen werden. Diese Untersuchung wird meist von den Fluglinien selbst durchgeführt.

Ausbildungskonzepte

Die Ausbildung erfolgt nach verschiedenen Konzepten, so verlaufen Theorie und Praxis bei der Air Berlin Flightschool ineinander. Hierbei wird erst die PPL-Theorie (Privatpilotenlizenz) gelernt und eine Prüfung abgelegt und dann in die Praxis umgesetzt: Die ersten Flugstunden werden absolviert, u.a. auch der erste Alleinflug. Hat man dann den PPL-Checkflug bestanden, wartet erneut eine Theoriephase: zum ATPL (Airline Transport Pilot Licence). Die Air Berlin Flightschool unterrichtet in Essen und fliegt am Flughafen Essen/Mülheim.

Die Lufthansa Flight Training verfolgt ein anderes Konzept: Hier wird erst die komplette Theorie in Bremen gelehrt (d.h. PPL und ATPL Theorie in einem, ohne wirkliche Trennung) und danach folgt die Praxis. Die ersten Flugerfahrungen macht man in Goodyear (bei Phoenix), Arizona auf einer Beech Bonanza. Danach geht es dann auf ein twin-engine (zweimotoriges) Flugzeug, die Cessna Citation CJ1+.

Beide der Konzepte haben Vor- und Nachteile, aber dennoch bereiten sie die Flugschüler bestens auf das spätere Berufsleben vor.

Theorie

Die theoretische Ausbildung umfasst insgesamt 13 Theoriefächer:

010 – Airlaw (Luftrecht)
021 – Airframe & Systems (allg. Luftfahrzeugkenntnisse/ Zelle, Systeme, Triebwerke)
022 – Instruments (allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse, Instrumente)
031 – Mass & Balance (Masse & Schwerpunktlage)
032 – Performance (Flugleistung)
033 – Flightplanning (Flugplanung)
040 – Human Performance & Limitations (Menschliches Leistungsvermögen)
050 – Meteorologe (Meteorologie)
061 – General Navigation (Allgemeine Navigation)
062 – Radio Navigation (Funknavigation)
071 – Operational Procedures (Betriebliche Verfahren)
081 – Principles Of Flight (Aerodynamik)
091 – BZF (VFR Funknavigation)
092 – AZF (IFR Funknavigation)

Bei der Ausbildung werden bereits Airline-abhängige Procedures erlernt, sodass der spätere Einstieg in das eigentliche Fliegen erleichtert wird.

Berufseinstieg und Karrierechancen

Viele Fluglinien haben heute einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Piloten und Pilotinnen. So werden Prüfungsabsolventen sehr häufig in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen und müssen sich so keine Sorgen um die berufliche Zukunft machen. Nicht selten winkt sogar schon während der Ausbildung ein Arbeitsvertrag.